Alex Erlebnis zählt seit vielen Jahren zu den bekanntesten Escort-Männern in Deutschland. Der Nürnberger ist bundesweit buchbar und steht für diskrete Professionalität, stilvolle Begleitung und authentische erotische Begegnungen. Seine Erfahrungen aus unzähligen Treffen, von leidenschaftlichen Dates bis zu niveauvollen Gesellschaftsbegleitungen, prägen seine Texte und seinen Blick auf Nähe, Intimität und moderne Datingkultur.
Hi Alex, was denkst du, sind Callboy-Treffen immer oberflächlich oder können auch echte Begegnungen entstehen?
Hi Tilo, zunächst einmal denke ich das es wichtig zu nennen ist, dass alles in einem gewissen Rahmen stattfindet. Es ist ein Rahmen, der zeitlich beschränkt ist, und durch eine Absprache auf ein Honorar geformt wird. Das heißt aber nicht, dass die Begegnungen weniger echt sind, als außerhalb dieses Rahmens. Wir dürfen an dieser Stelle nicht vergessen, dass sich alles im Leben in einem Rahmen abspielt, zum einen – wenn man so will – einem göttlichen Rahmen, also der zeitlichen Beschränkung, und zum anderen einem sozioökomischen Rahmen, in welchem Gesellschaft und damit auch Begegnungen funktionieren.
Guter Punkt. Lass uns darüber sprechen, was echte Begegnungen sind.
Genau, in unserem Gespräch wollen wir uns ja über Martin Bubers bekanntes Werk Ich und Du unterhalten. Hier geht es nämlich genau darum, was echte Begegnungen sind, und wie sie funktionieren.
Bevor wir weitermachen, eine kurze Einordnung. Buber sagt, die Welt zeigt sich dem Menschen zweifach, je nachdem, welche Haltung er einnimmt. Oder wie er es ausdrückt:
Die Welt ist dem Menschen zwiefältig nach seiner zwiefältigen Haltung. Die Haltung des Menschen ist zwiefältig nach der Zwiefalt der Grundworte, die er sprechen kann.
Damit meint er, dass es zwei Arten gibt, anderen zu begegnen. Das Ich-Du, bei dem ich einem Menschen wirklich gegenübertrete und ihn als einzigartiges Gegenüber erkenne. Und das Ich-Es, bei dem ich den anderen als Funktion sehe, als etwas, das mir dient oder etwas in meinem Leben erfüllt.
Viele würden nun sofort sagen, dass Escort automatisch ein Ich Es Verhältnis ist, weil Geld fließt und ein zeitlicher Rahmen besteht. Aber ist das wirklich so. Oder erleben wir im Alltag nicht viel mehr vermeintlich romantische Begegnungen, die in Wahrheit stärker von Nutzen, Erwartungen und Rollen geprägt sind als manche professionellen Treffen?
Vielleicht ist die entscheidende Frage gar nicht, ob jemand bezahlt wird, sondern ob zwei Menschen sich wirklich begegnen oder sich gegenseitig zu Funktionen machen.
Wie denkst du dazu?
Ja, das finde ich einen wichtigen Ansatzpunkt. Bei Buber geht es ja nicht darum, irgendwelche idealisierten Liebesmomente zu verklären, sondern darum, wie wir überhaupt in Beziehung treten. Er sagt, wir stehen immer vor dieser Entscheidung. Entweder ich begegne dir wirklich, sehe dich, nehme dich ernst und bin bereit, mich „berühren“ zu lassen, oder ich begegne dir aus einer inneren Distanz heraus und mache dich zu etwas, das in meine Zwecke passt. Buber meint das übrigens nicht moralisch sondern existenziell. Er beschreibt eben, wie Begegnungen funktionieren.
Es ist auch nicht so zu verstehen, dass eine Ich-Es Beziehung automatisch schlecht ist. Sie ist der Normalfall, die normale Grundhaltung im Alltag und notwendig um diesen zu bestreiten.
Ich könnte auch nicht einfach sagen, so ich habe jetzt ein privates Date oder ein Callboy Date ich wechsle jetzt mal eben zur Ich-Du Beziehung. Vielmehr ereignet sie sich sozusagen. Was man allerdings beeinflussen kann, ist eine Offenheit demgegenüber. Buber würde an dieser Stelle also vielleicht sagen, dass es nicht auf das Setting, sondern auf die Haltung ankommt.
Du sprichst von privaten Dates und Callboy-Dates. Kannst du mir hierzu Erfahrungen mitteilen?
Gerade im privaten Dating lässt sich eine zunehmende Rationalisierung beobachten. Die Tinder und Swipe Kultur wirkt auf den ersten Blick oberflächlich, doch das eigentliche Problem beginnt erst danach. Viele (und da glaube ich auch nicht von befreit zu sein) merken bei manchen Dates, wie sich eine Art innerer Marktfilter eingeschlichen hat. Man bewertet, kategorisiert und wägt ab, um den besten „Deal“ für eine Beziehung zu machen.
So hat sich ein Modus des Kalkulierens in Bereiche geschlichen, die eigentlich von Nähe und Offenheit leben. Statt einem Menschen als Du zu begegnen, wie es bei Buber gemeint ist, rutschen wir schnell in ein funktionales Verhältnis, in dem das Gegenüber zu einer Option wird. Und je tiefer diese Haltung sitzt, desto schwerer fällt es, echte Begegnungen überhaupt zuzulassen. Umso wichtiger ist es, echt Freundschaften zu pflegen. Ich merke immer wieder, wie „Freunde“ von mir sich nur dann melden, wenn sie irgendetwas brauchen. Sonst rufen sie nie an. Mir ist es wichtig, mit den Menschen, denen ich nahe stehe, auch regelmäßig einfach so im Kontakt zu sein, ohne das etwas Bestimmtes ansteht.
Und wie ist es bei Callboy-Treffen?
Bei Callboy Treffen könnte man intuitiv glauben, dass diese Kalkulationshaltung noch stärker ist, schließlich wird ein klarer Rahmen gesetzt und ein Honorar vereinbart. Spannenderweise erlebe ich oft das Gegenteil. Gerade weil die Bedingungen transparent sind und niemand so tut, als ginge es um etwas anderes, entsteht manchmal mehr Aufrichtigkeit als im klassischen Dating.
Es gibt keine vorgespielte Unverbindlichkeit, kein taktisches Zurückhalten, kein „mal schauen, ob sich das lohnt“. Viele Frauen kommen mit einem sehr bewussten Wunsch nach Nähe, Intimität und echter Begegnung.
Was kriegen Frauen von dir als Callboy?
Nun, sie bekommen einen vorurteilsfreien Raum, in dem sie wirklich sie selbst sein können, ohne Angst haben zu müssen, nicht genug zu sein oder bewertet zu werden. Niemand versucht, etwas zu verbergen, niemand spielt ein Spiel. Dadurch entsteht manchmal eine Form von Aufrichtigkeit, die im privaten Dating eher selten geworden ist.
Es gibt keine versteckten Agenden und kein Ringen darum, wer emotional oder sozial die Oberhand behält. Stattdessen entsteht oft ein gegenseitiges Einlassen, ein Raum, in dem jemand gesehen wird und nicht optimiert werden muss.
Also entstehen hier Ich-Du Begegnungen im Sinne Bubers?
Das kann tatsächlich vorkommen, denke ich. Aber man sollte ehrlich bleiben. Privat wie auch im Escort-Kontext wird das nie jedes Treffen sein. Wie bereits erläutert, eine Ich-Du-Begegnung lässt sich nie einfach auf Knopfdruck herstellen. Bei Buber ist sie nicht etwas, das man macht, sondern etwas, das geschieht, wenn zwei Menschen wirklich offen füreinander sind.
Und genau diese Voraussetzung dafür schaffe ich bei meinen Escort-Treffen.
Ich öffne die Tür, ob wir einander wirklich sehen, entscheidet sich im Augenblick.
Am Ende suchen wir nicht Körper, sondern Gegenwart.
Das ist ein schönes Schlusswort, ich danke dir für das interessante Gespräch.
Das Gespräch wurde für die Veröffentlichung verschriftlicht und geklättet.